Moto Masters Austria GH4

GH Moto 2021 Pannoniaring GH 4 (17.-18.07.)

Viel schneller als gedacht, ging es nach dem erfolg-reichen Saisonstart am Slovakiaring, zum zweiten Event der laufenden Saison.

Austragungsort war diesmal der Pannoniaring - die Strecke auf der alles begann- doch inzwischen ist alles neu! Der Pannoniaring erhielt im Winter 20/21, bis auf wenige Teile der Strecke, eine neue Asphaltdecke und neue Curbs. Und obwohl es immer noch derselbe Ring wie zuvor ist, war es doch irgendwie ganz anders.


Samstag  - Nach der Hitzeschlacht vom Slovakiaring hieß es diesmal zittern. Der Wetterbericht für Weekend las sich je nach Anbieter schlecht bis ganz schlecht. Regen am Samstag und Sonntags wechselhaft oder 2 Tag Dauerregen. Ich ging relativ optimistisch an die Sache heran und entschied mich für die Variante - "Wenns regnet, bleibt die Ducati in der Box".

 

Dass die Panigale trotzdem nass wurde war dem Fakt geschuldet, dass es bei der Anreise am Samstagmorgen wie aus Kübeln goss, was auch die ersten 3 Trainingsturns beschrieb. Somit lag der Fokus auf dem Boxentratsch - einer meiner Paradedisziplinen.

 

Nachdem das Wetter gegen die Mittagszeit ein Einsehen hatte, ging es bei auftrocknender Strecke um 14:20 Uhr das erste Mal raus zur Begutachtung des "neuen" Pannoniarings.

Ich muss ehrlich sagen, ich war schon beeindruckt! Nur mehr wenige Stellen erinnerten an den ehemaligen Rüben-acker. Ich würde sagen eine gelungene Renovierung! Es folgte ein zweiter Turn, den ich mit einer 2:03 beendete. Um aber noch mehr Meter unter die Räder zu bekommen und die Strecke besser zu verstehen (bezüglich Gasgriff-Bremshebel-Koordination), gings diesmal in der Langstrecke an den Start. Zusammen mit Roland Doblreiter und Dominik Rehak stürzten wir uns ins Getümmel. Den Start übernahm ich, folgen sollten die Turns von Roland und Dominik. Nach den ersten Runden hängte ich mich an das Heck von Herr Stefan, den ich wunderbar als Fahrlehrer am neuen Pan nutzen konnte.

 

Jedoch hatte ich zwei grundlegende Probleme: Der Carbontank der Duc fasst 24L - erstes Problem - versuch das Fassl mal zu stoppen wenn die Gabel damit komplett überfordert ist! *ggg*


Zweites Problem - versuch das Ganze untrainiert in einem Langstreckenturn während du damit kämpfst am Konditionswunder Herr Stefan dran zu bleiben. Kurzfassung - nach 30 Minuten war einfach ENDE! Positiv - Ich konnte mich immerhin bis auf eine 2:01 in der Langstrecke steigern, was mich durchaus zuversichtlich für den Sonntag machte. Leider endete unser Unternehmen nach einem mörderischen Turn von Domi, der uns auf P1 schob, da sich Roli's Suzuki entschied mit einem defekten Drosselklappen-Poti zu streiken und unsere Kommunikation einfach zu bescheiden war in dieser Situation. *kopfgreif*


Der Sonntag - verlief dann leider technisch auch bei mir aus dem Ruder. Nach dem ersten Turn, der mir eigentlich super von der Hand ging, war ich voll motiviert. Es ist immer wieder aufs neue lustig, dass man von einem auf den anderen Tag gefühlt plötzlich viel besser Motorradfahren kann. Jedoch konnte ich im 2. Turn nicht nachlegen, da dieser nicht zustande kam. Grund - ein loser Versteller der Federvorspannung am rechten Gabelholm - Leider hatte sich anscheinend beim Einstellen der Federvorspannung die Kontermutter des Verstellers gelöst.  Ja, man wird immer vor neue Herausforderungen gestellt. Freundlicherweise half mir Peter Gastinger - an dieser Stelle nochmal DANKE.

 

Somit ging es im 3. Turn nochmal auf die Strecke und war somit auch die letzte Chance auf eine Qualy-Zeit. Inzwischen war ich auf Platz 493 oder so zurück gefallen, da die Zeit vom ersten Sonntagsturn nicht gewertet wird und auch die Rundenzeit aus der Langstrecke ist für die Qualifikation irrelevant. Somit stand bis dato nur die 2:03 von Samstag Nachmittag auf meinem Zettl.

Es hieß also abliefern (mit einem 50 Runden SC1 ... *klar*). Dominik Rehak als auch Michael Weber hatten schon 1:59 stehen. Also raus und schauen was geht ...

 

Ich fuhr alleine auf weiter Flur und versuchte nach dem ganzen Hin und Her zumindest halbwegs eine Zeit hin zu legen. Die erste fliegende Runde war mit Verkehr eine tiefe 2:03. Dann erwischte ich 2 halbwegs freie Runden womit ich mich mit einer 2:00,7 zumindest auf P4 beförderte.


Rennen - Was kann ich an dieser Stelle anderes sagen außer, dass ich mir das Rennen schon zerstört hatte, bevor es überhaupt los ging. Eigentlich sollte ich einfach nur entspannt ins Rennen starten, da 10 Runden am Pan länger sind als man glaubt! Aber nein, ich hab mich in der Warm-Up-Lap schon selbst besiegt. *Kopfgreif*

Leider wurde mir bewusst, dass ich nach 2 Jahren Rennstreckenpause eine gewisse Routine  verloren habe.

Der Vorstart in die Warm-Up Lap klappte perfekt und dank V2-Druck konnte ich mich gleich hinter Rehak einreihen. Wir bogen in die Kurve 3 ein und ich hatte am Ausgang einen schönen Drive und dachte daran, Domi hin zu Kurve 4 auf der Bremse zu überholen... Fehler! Vielleicht lag es an mangelnder Konzentration oder Konsequenz ... ich befand mich noch nicht mal richtig neben Domi, da wusste ich schon, das wird nix! Entweder die totale Katastrophe oder ich schaffe es ala "Magic Mike" irgendwie Domi nicht von seiner R6 zu holen.

Während ich am Vorderrad tanzend, so hart wie möglich verzögerte, sprang mein Heck im Intervall von einer Links nach Rechts. Ich sah die R6 immer näher kommen, was meine Zukunftsvision - mich als Domi's Sandsack - immer realistischer machte.

Ich weiß eigentlich nicht wie ich es hinbekommen habe - vor allem da mein Vorderrad definitiv sein Hinterrad berührte - aber ich stand plötzlich im Kies und Domi saß noch auf seiner R6! Die Dankbarkeit, dass nichts passiert ist, wurde jedoch vom Ärger über meine eigene Blödheit, dass es zu so eine Situation überhaupt kommen konnte doch deutlich überlagert - wieso mach ich sowas!?!?

Raus aus dem Kies schlug das Karma dann zu - das Display der 959 leuchtete wie ein Christbaum, was mich im ersten Moment nicht störte, da es sich auf den ersten Blick nur um die Warnleuchten der ab-geschalteten Traktion und des ausgebauten ABS handelte. Doch leider war dem nicht so - auch zwei nicht unwesentliche Funktionen stellten ihren Dienst ein - Blipper als auch Quickshifter sagten adé!

Ich hetzte dem Feld hinterher um möglichst schnell in der Startaufstellung anzukommen - ich hoffte der Fehler würde verschwinden wenn ich die Ducati kurz abstelle. Fehlanzeige - die Weihnachtsbeleuchtung blieb hartnäckig!

 

Das Rennen selbst war ein entsprechender Reinfall und ohne große Umschweife kommen wir gleich zum Ende von 10 Runden Schadensbegrenzung - Platz 7

 

 

*Ich kann nicht viel mehr dazu sagen außer - DANKE DASS ES SO GLIMPFLLICH AUSGANGEN IST!*

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Rennergebnis Moto Masters Austria 2021
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